Was kosten Postdienste?

Aufgrund der Digitalisierung haben die meisten Unternehmen mit klassischen Poststellen in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Volumenrückgang feststellen können. Grund für uns, die Kostenentwicklung der Postdienste einmal genauer zu betrachten.

 

Welche Kosten werden erfasst?

Im fm.benchmarking erfassen wir die Kosten für Poststellen und Postdienste in der Position „Interne Postdienste“. Hierin sind Leistungen wie der Versand und die Zustellung von interner Post und elektronischen Übermittlungen enthalten. Intern meint dabei die Zustellung bzw. Übermittlung innerhalb eines Gebäudes oder eines Gebäudekomplexes.

 

Kostenentwicklung der Postdienste

Im Vergleich der letzten fünf Jahre ist ein Wachstum der Kosten bis 2016 zu beobachten. Nachdem die Kosten im fm.benchmarking Bericht 2017 deutlich gesunken sind, stiegen sie im aktuellen Betrachtungsjahr wieder leicht an.

Kosten der internen Postdienste
Kosten der internen Postdienste von Bürogebäuden – Jahresvergleich fm.benchmarking Bericht 2013 bis 2018.

 

Warum sind die Kosten nicht deutlicher gesunken?

Der ein oder andere wird sich mit Blick auf die Kostenentwicklung sicherlich fragen, warum die Kosten für interne Postdienste in den letzten Jahren nicht merklich zurückgegangen sind.

Aus unserer Sicht hängt dies damit zusammen, dass sich das Poststellenmanagement in den letzten Jahren mit Blick auf seine Aufgaben geändert hat. Zwar ist das tatsächliche Volumen von Briefen und Paketen wie eingangs erwähnt zurückgegangen. Stattdessen haben sich durch den digitalen Wandel andere Tätigkeitsfelder aufgetan. Neben der klassischen Postsortierung und -Verteilung müssen vermehrt Poststücke digitalisiert werden. Auch der digitale Posteingang an allgemeine E-Mail-Adressen wird oft zunächst durch die Poststelle gesichtet und anschließend an die zuständigen Fachabteilungen weitergeleitet.

Die jährliche Preissteigerungsrate wurde bei den Ausführungen oben nicht weiter beachtet, da andere Faktoren als entscheidender eingestuft wurden. So hat sich beispielsweise die Grundgesamtheit der ausgewerteten Kennzahlen von 2013 bis 2018 bei der Kennzahl „Interne Postdienste“ ungefähr vervierfacht. Die Zahlen sind somit deutlich valider.

Wie teuer ist Sicherheit?

Die Sicherheitsbranche hat in den vergangenen zwei Jahren ein kräftiges Wachstum erfahren, so das Credo der Fachzeitschrift „Der Facility Manager“ in seiner Novemberausgabe des letzten Jahres.* Grund für das deutliche Umsatzwachstum seien demnach die Mindestlohneinführung von 2015, die Flüchtlingswelle und die dadurch erforderliche Betreuung der Flüchtlingsunterkünfte sowie Zuwächse aus Übernahmen.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns die Kennzahlen der Gebäudenutzer einmal näher angeschaut. Zwar ist in den letzten Jahren ein leichter Anstieg zu erkennen, langfristig wurden die Sicherheitsdienste jedoch günstiger (vgl. letzte Grafik am Ende des Textes).

 

Welche Kosten werden erfasst?

Unter „Sicherheitsdienste“ werden im fm.benchmarking alle Leistungen zur Gebäudesicherung erfasst und in folgende Unterpunkte unterteilt:

  • Personen- und Zutrittskontrollen
  • Gebäudebewachung und Schließdienste
  • Revierdienste
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Brandschauen, Probealarm

Mit Blick auf die Verteilung fällt der größte Teil der Kosten auf Personen- und Zutrittskontrollen (38%) sowie Gebäudebewachung und Schließdienste (36%). Die genannte prozentuale Verteilung gilt für Bürogebäude und variiert je nach Gebäudetyp. So sind die Punkte Gebäudebewachung und Schließdienste sowie Revierdienste beispielsweise bei Industriegebäuden ausgeprägter.

 

Schwankende Kosten je Gebäudetyp

Es ist wenig verwunderlich, dass die Kosten für Sicherheitsdienste je nach Nutzungsart des Gebäudes stark schwanken. So fallen bei Industriegebäuden fast die doppelten Kosten wie bei Bürogebäuden an, was die folgende Grafik zeigt:

Kosten von Sicherheitsdiensten
Kosten der Sicherheitsdienste, Quelle: fm.benchmarking Bericht 2017

 

Sicherheitsdienste werden langfristig günstiger

Über alle Gebäudenutzungsarten hinweg lässt sich allerdings eine ähnliche Tendenz feststellen: Seit der Mindestlohneinführung sind die Kosten zwar leicht gestiegen. Im 6-Jahres-Vergleich ist jedoch eine deutliche Kostenreduzierung der Sicherheitsdienste feststellen. So lagen die Kosten für Bürogebäude im Jahr 2013 noch bei 6,45 €/m²BGF, sind also um knapp 24% gesunken. Die Industriegebäude hatten mit 9,70 €/m²BGF einen deutlich höheren Ausgangswert und sind im gleichen Vergleichszeitraum um rund 13% gesunken.

Mehrjahresvergleich der Kosten für Sicherheitsdienste
Mehrjahresvergleich der Kosten für Sicherheitsdienste von Bürogebäuden, Quellen: fm.benchmarking Bericht 2013 bis 2017

Die Preissenkung trotz Mindestlohn und jährlicher Preissteigerungsrate lässt sich wahrscheinlich durch stetige Marktanpassungen sowie in kleineren Teilen durch die zunehmende Digitalisierung erklären. Man darf gespannt sein, wie sich die Kosten künftig weiter entwickeln werden. Der Facility Manager rechnet übrigens damit, dass sich das Umsatzwachstum in der Sicherheitsbranche deutlich verlangsamt.

Quellen: fm.benchmarking Bericht 2012/2013 bis fm.benchmarking Bericht 2017

*Zum Nachlesen: Robert Altmannshofer: Wachstumssprünge durch Sondereffekte, in: Der Facility Manager, Ausgabe 11/2017, S. 20f.