Der folgende Text ist ein leicht abgeänderter Auszug aus unserer Fachveröffentlichung „Kostenstrukturierung Krankenhäuser“. Die Veröffentlichung mit weiteren Details kann kostenfrei bei uns bestellt werden. 

 

Kennzahlen für Krankenhäuser

Seit 2010 vergleichen wir im fm.benchmarking Bericht die Vollkosten für das Facility Management in Kliniken und Krankenhäusern. Die Zielsetzung für das Benchmarking resultiert aus den Erkenntnissen, dass Krankenhäuser exakt wissen, welche Erlöse in einzelnen Bereichen erzielt werden und auch die Kosten für medizinische Leistungen bekannt sind. Die Kosten für das Facility Management (FM), bestehend aus technischen und infrastrukturellen Kosten, sind jedoch weitestgehend undifferenziert. Dabei sind die FM-Kosten mit einem durchschnittlichen Anteil von bis zu 30% eine nicht zu vernachlässigende Größe.

 

Datenstruktur hebt sich von anderen Gebäudetypen ab

Grundlage für die Erhebung im fm.benchmarking ist einerseits die GEFMA Richtlinie 812, Ausgabe 2007-06, und andererseits die Vereinbarung eines eigen gegründeten Arbeitskreises im Jahre 2010. Die Datenstruktur der Kennzahlen hebt sich aufgrund dieser Bestimmungen von den restlichen Kennzahlen im Bericht ab und gliedert sich in erster Linie in Raum-Cluster (RC) und Aufwandsbereiche (AWB).

Die Kostenstrukturen im fm.benchmarking sind an gängige DIN-Normen sowie die Ö-Norm angelehnt. Vornehmlich stammen die Definitionen und Begriffe der Kosten aus der DIN 18960 „Nutzungskosten im Hochbau“ und der DIN 32736 „Gebäudemanagement – Begriffe und Leistungen“.

 

Raumcluster

Typische FM-Teilleistungen werden über ihre Bündelung in den Räumen, unabhängig vom medizinischen Leistungsspektrum der Krankenhäuser, zugeordnet und so grundsätzlich vergleichbar gemacht.

Die Räume eines Krankenhauses unterscheiden sich nicht durch unterschiedliche Arten von FM-Leistungen, die sie zum „Funktionieren“ bringen. Vielmehr sind dieselben FM-Leistungen in unterschiedlicher Aufwandsintensität für die jeweiligen Räume typisch. Eine Verdichtung zu Raum-Clustern ist deshalb möglich, weil der Grad der Inanspruchnahme der verschiedenen FM-Leistungen innerhalb eines Clusters vergleichbar ist.

Der den Raum-Clustern zugewiesene FM-Aufwand wird damit über unterschiedliche Krankenhäuser hinweg vergleichbar, wenn dieser Funktionsbereich in dem jeweiligen Krankenhaus vorhanden ist.

Dabei werden praktikabler Weise nicht eindeutig zuordbare Flächen, wie Verkehrs- und Funktionsflächen, aber auch Nebennutzungsflächen, den sie umgebenen Raumfunktionen/Raum-Clustern zugeordnet. Das bedeutet, dass dem Raum-Cluster „Bettenstation“ auch die Flure, Stationsküchen, Arzt- und Schwesternzimmer etc. zugeordnet werden können. Dasselbe gilt beispielsweise für therapeutische Bereiche – hier kann die gesamte Station dem Cluster zugeordnet werden.

Zusätzlich zu den genannten Raum-Clustern werden die Aufwandsbereiche mit der gängigen Bezugsgröße Brutto-Grundfläche (BGF) in Verhältnis gesetzt.



- Über den Autor -

Prof. Uwe Rotermund ist als Gesellschafter von rotermund.ingenieure und als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Facility Management (Ingenieurkammer Niedersachsen) in vielfältigen Projekten der freien Wirtschaft und der öffentlichen Hand tätig. Zudem lehrt und forscht er im Bereich Immobilien-Lebenszyklus-Management und Facility Management an der Fachhochschule Münster.
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